Hitzewellen (einfach)

Aus Klimawandel
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Hitzewellen gehören wie Dürren, Starkniederschläge oder Hurrikane zu den folgenreichsten Wetterextremen. In der jüngsten Zeit hat es einige Hitzewellen mit zahlreichen Todesfällen auch in Europa gegeben. So hat der Hitzesommer 2003 in Mittel- und Westeuropa etwa 70 000 Tote zur Folge gehabt. In Deutschland gab es an einigen Messstationen Rekordtemperaturen von über 40 °C. Nicht weniger schwerwiegend war die Hitzewelle 2010 im westlichen Russland. Hier lagen im Juli und August die Temperaturen in vielen Städten über eine längere Periode bei 40 °C. Eine Folge waren großflächige Wald- und Torfbrände. Auch die Landwirtschaft leidet unter einer Hitzewelle und es kommt nicht selten zu Ernteausfällen.

Änderung der Verbreitung von heißen, sehr heißen und extrem heißen (3 Standardabweichungen) Sommern auf der Landoberfläche der Nordhalbkugel.

Was ist überhaupt eine Hitzewelle? Leider gibt es keine allgemein gültige Definition, da der Begriff vom üblichen Wetter der jeweiligen Region abhängig ist. Was z.B. in Spanien als warmer Sommer erscheint, kann in Deutschland als Hitzewelle erlebt werden. Für Deutschland wird oft eine Folge von mindestens fünf Tagen mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 30 °C als Hitzeepisode verstanden.

Eine wichtige Frage ist, ob Hitzewellen mit dem Klimawandel stärker oder häufiger werden. Allgemein kann man davon ausgehen, dass bei einer höheren Durchschnittstemperatur auch die extremen Temperaturen höher werden. Das weltweite Klima hat sich in den letzten 100 Jahren global um fast 1 °C erwärmt. In vielen Regionen, vor allem in trockeneren Gebieten, sind besonders die Sommertemperaturen angestiegen. Extrem heiße Sommer gab es im letzten Jahrhundert nur selten auf der Erde. Im neuen Jahrhundert treten sie fast jedes Jahr dagegen auf mehr als 10 % der Landfläche der Nordhalbkugel auf. Die Verbreitung weniger heißer Sommer hat sich sogar von 30 auf über 70 % der Landfläche erhöht. Auch wenn nicht jede Hitzewelle auf den Klimawandel zurückgeführt werden kann, so ist das Auftreten von Hitzewellen durch den Klimawandel doch wahrscheinlicher geworden ist.

Sehr wahrscheinlich wird sich das Klima in den nächsten Jahrzehnten weiter erwärmen, und damit werden europäische Sommer wie im Jahre 2003 häufiger vorkommen. Die europäischen Sommertemperaturen werden sich bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um 3-5 °C erhöhen. Das Mittelmeerklima mit seinen sehr trockenen Sommermonaten wird dabei höchstwahrscheinlich bis nach Mitteleuropa vordringen. Die Folge wird sein, dass jeder zweite Sommer so heiß oder sogar heißer sein wird als der von 2003.

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