Klimaprojektionen Mecklenburg-Vorpommern

Aus Klimawandel
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Abb. 1: Änderung der Anzahl der Kenntage bis Ende des 21. Jahrhunderts nach dem Szenario A1B auf Rügen und in der Region Müritz

1 Temperaturen

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern liegt im Übergangsbereich zwischen maritimem und kontinentalem Klima, wobei die Küstenzone durch die ausgleichende Wirkung der Ostsee und der Westen des Bundeslandes durch die Einflüsse der atlantischen Westwindströmung stärker maritim geprägt sind als der Rest des Landes. Nach Berechnungen regionaler Klimamodelle nach dem Szenario A1B wird bis 2100 ein Temperaturanstieg um 2-3 °C erwartet.[1] Andere Quellen, deren Berechnungen auf den neueren RCP-Szenarien beruhen, geben für den Ostseeküstenbereich eine Spanne von 1,9 bis 5,1 °C an.[2] Besonders bei der Veränderung der Extremwerte wird die Ostseeküste weniger stark betroffen sein als das Binnenland. So nimmt die Anzahl der Sommertage (Maximaltemperatur über 25 °C) auf Rügen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts von 3 auf 11, in der Region Müritz dagegen von 21 auf 53 zu. Die Anzahl der heißen Tage steigt auf Rügen von Null auf höchstens einen, im Binnenland Mecklenburg-Vorpommerns von 4 auf 14.[1] Auch die Anzahl der Frosttage (Minimumtemperatur unter 0 °C) wird sich stark reduzieren. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte es im Vergleich zu heute im Bereich der Ostseeküste 18 bis 50 Frosttage weniger geben.[2]

Abb. 2: Änderung der Sommerniederschläge 2090-2099 minus 1998-2007 in Mecklenburg-Vorpommern nach dem Szenario A1B, Auflösung 2,8 x 2,8 km

2 Niederschläge

Die Jahresniederschläge werden sich nach Berechnung der benutzten Regionalmodelle kaum ändern. Bei den Winterniederschlägen wird es jedoch bis 2100 deutliche Zunahmen und bei den Sommerniederschlägen Abnahmen geben. So nehmen die winterlichen Niederschläge auf Rügen von heute 175 mm auf ca. 200 mm zu. In den östlichen Landesteilen kann es sogar Zunahmen bis 50 % geben. Hier kann es im Sommer aber auch zu Abnahmen bis 50 % kommen, den höchsten prognostizierten Niederschlagsrückgängen in ganz Deutschland. In absoluten Werten ausgedrückt bedeutet das, dass nach Berechnungen mit einem hohaufgelösten (2,8 x 2,8 km) Regionalmodell für Norddeutschland nach dem A1B-Szenario die Niederschläge im Landesinnern im Sommer bis 20 mm und mehr abnehmen können. Nur im Küstenbereich kann es zu leichten Niederschlagszunahmen im Sommer kommen (s. Abb. 2). Überhaupt wird Mecklenburg-Vorpommern deutschlandweit mit am stärksten von sommerlichen Trockenheit betroffen sein.[1]

3 Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus (2008): Klimaschutz und Folgen des Klimawandels in Mecklenburg-Vorpommern
  2. 2,0 2,1 Meinke, I., M. Reckermann (2012): Ostseeküste im Klimawandel – Ein Handbuch zum Forschungsstand

4 Weblinks

5 Siehe auch


6 Klimadaten zum Thema

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Temperatur, Sommertage, Heiße Tage,
Tropennächte, Niederschlag, Regentage und mehr


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7 Lizenzhinweis

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