Indischer Monsun

Aus Klimawandel
Version vom 14. März 2011, 19:58 Uhr von 84.159.230.171 (Diskussion) (Besonderheit und Rolle des indischen Monsuns)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der indische Subkontinent
Der indische Monsun stellt den wichtigsten regionalen Monsun dar und wird daher auch häufig einfach verkürzt der Monsun genannt, was jedoch aufgrund der Vielfalt verschiedener Monsune nicht eindeutig ist. Er erstreckt sich im wesentlichen über den indischen Subkontinent, gehört jedoch auch zu einem größeren Verbundsystem von Monsunerscheinungen im Raum des indischen Ozeans. Dessen Ausläufer erstrecken sich in den süd-, südostasiatischen, nordaustralischen, aber auch ostafrikanischen Raum.

Halts maul

1 Jahreszeiten

Der Sommermonsun setzt im Juni/Juli durch die schon oben erläuterte ITC-Verlagerung und Passatumlenkung (SO-Passat zu SW-Monsun) von Südwesten her ein und hält bis September/Oktober an. Er liefert feuchte ozeanische Luftmassen an die Westghats und verursacht damit eine labile Atmosphärenschichtung (Erläuterung siehe im Artikel Föhn), die im Monsunregen resultiert und oft monatelange Niederschläge nach sich zieht. Man spricht daher auch in Anlehnung an das tropische Regenwaldklima von einer Regenzeit. Besonders an morphologischen Hindernissen kann der Monsunregen als Steigungsregen hierbei sehr hohe Niederschlagsmengen erreichen, welche sogar stellenweise die Grenze von 10.000 Millimetern Jahresniederschlag überschreiten. Ein Beispiel hierfür ist die Region um Cherrapunji, in welcher ein Jahresniederschlag von meist jährlich circa 9000 mm auftritt und auch der globale Einzeljahresrekord von 26461 mm registriert wurde. In Mawsynram bewirkt der Monsunregen den weltweit höchsten gemittelten Jahresniederschlag von 11872 mm. Diese Niederschläge fließen jedoch in großen Teilen als Oberflächenabfluss ab und führen regelmäßig zu Flutkatastrophen in Bangladesch.

Der Wintermonsun ist mit dem Nordost-Passat identisch und liefert kalte, trockene Luftmassen aus dem Kältehoch über Sibirien (Lit.: Goudie 2002). Er setzt im September/Oktober ein und hält bis Juni/Juli an, wobei man diesen Zeitraum aufgrund der vergleichsweise sehr geringen Niederschlagsmenge auch als Trockenzeit bezeichnet. Diese können sich in Jahren mit einem schwachen Monsun zu einer Dürre ausweiten und führten in der Vergangenheit oft zu großen Hungernöten.

Im Bild rechts ist die zeitliche Ausbreitung des indischen Monsuns anhand einiger Markierungen verdeutlicht. Die dunkelblauen Linien stehen für die Ausbreitung des Sommermonsuns (Monsunfront) beziehungsweise den Rückzug des Wintermonsuns im Juni/Juli und die hellblauen Linien für die Ausbreitung des Wintermonsuns beziehungsweise den Rückzug des Sommermonsuns im September/Oktober, wobei man in hinreichend guter aber keinesfalls verlässlicher Genauigkeit jeder Linie einen bestimmten Zeitpunkt im Jahresverlauf zuordnen kann. Es gilt hierbei also zu beachten, dass die Ausbreitung der Monsuneinflüsse nicht verlässlich ist und die tagesgenauen Angaben nur grobe Richtwerte darstellen, da das vordringen des Monsuns ein dynamischer Prozess ist, welcher durch Oszillationen an der Monsunfront geprägt wird. Als Merkmal der Zeitpunkte wurde hierbei immer das Auftreten beziehungsweise Verschwinden des Monsunregens genutzt.

2 Variabilität und Wandel

Der indische Monsun als Ganzes stellt eine verlässliche Klimaerscheinung mit nur relativ geringfügigen Unterschieden im Verlauf mehrerer Jahre dar. So spiegelt die mittlere jährliche Niederschlagsmenge von 852 mm mit einer Standardabweichung von 84 mm ein feuchtes, aber auch schwankungsarmes Klima wieder. Wetterbeobachtungen, aber auch klimatisch ausgewertete Trendanalysen derselben, deuten auf eine Zunahme der Monsunniederschläge im indischen Raum hin. Diese sind mit einer zunehmenden Gefahr von Überschwemmungen verbunden, welche an Häufigkeit und Stärke bereits nachweisbar zunehmen. Man führt die Ursachen dieser Entwicklung auf eine Kopplung mit der globalen Durchschnittstemperatur zurück, also auch mit der globalen Erwärmung.

2.1 Wechselwirkungen mit ENSO

Das Auftreten eines El Niño-Phänomens im ostpazifischen Raum wirkt sich selbst bis in den Indik und somit auch auf den indischen Monsun aus. Schon recht früh konnte der Southern Oscillation Index, ein Parameter für die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines El Niño-Phänomens, auf Grundlage der Messungen des Observatoriums der britische Kolonialverwaltung in Indien durch dessen Leiter, Gilbert Walker, auch mit dem Ausbleiben beziehungsweise der Abschwächung des indischen Sommermonsuns und den dadurch bedingten Niederschlägen in Verbindung gebracht werden. Es zeigte sich hier also, dass beide Phänomene eng verwoben sind und sich gegenseitig beeinflussen, was nichts anderes aussagt, als dass die globale Atmosphärenzirkulation keine für sich stehenden Elemente enthält und daher auch deren globaler Charakter im Vordergrund steht. Es reicht also nicht aus, den Monsun nur für sich allein zu betrachten, wenn man dessen Dynamik und sein Auftreten verstehen will. Aber auch eine direkte Verbindung zwischen beiden Phänomenen ist nicht ausreichend, da es beispielsweise 1997, während eines starken El Niño, normale Monsunregenfälle gab. Sehr wichtig ist beispielsweise die Variabilität der Luftaufwärmung über der tibetischen Hochebene und damit vor allem der dortige Albedo, der durch das Vorhandensein von schneebedeckten Flächen und deren Schneehöhe entscheidend beeinflusst wird. Generell lässt sich jedoch in den letzten Jahrzehnten ein abnehmender Einfluss des El Niño auf den indischen Monsun feststellen, wobei noch weitgehend ungeklärt ist, weshalb es hierzu kommt und vor allem wie nachhaltig dieser Wandel ist.

deine Mudda
Meine Werkzeuge