Feuer in Afrika

Aus Klimawandel
Feuer in der Savanne in Mali 2016

Afrika als Hotspot der globalen Feueraktivität

Satellitendaten zeigen, dass die globale Brandfläche sich zwischen 1998 und 2015 fast um ein Viertel (-24,3%) verringert hat.[1] Eine starke Abnahme der von Feuer betroffenen Fläche wurde vor allem in den tropischen Savannen Afrikas, Süd-Amerikas sowie Australiens festgestellt.[1] Die Abnahme der Brandflächen konzentrierte sich auf Regionen mit geringer Baumbedeckung. In Wäldern mit geschlossenen Kronendächern dehnte sich die Feueraktivität dagegen aus. Grund für den Rückgang der Brandfläche in semiariden Savannen und Steppen in Afrika war vor allem die Umwandlung von natürlichen Graslandschaften, die gemeinschaftlich genutzt wurden, in privates Weide- und Anbauland und eine starke Bevölkerungszunahme.[1]

Mittlere jährliche Brandfläche in km2 2001-2016

Afrika ist ein Hotspot der globalen Feueraktivität.[2] 70% der globalen Brandflächen befinden sich in Afrika, das zugleich für 50% der globalen Kohlenstoff-Emissionen durch Feuer verantwortlich ist. In Afrika brennen hauptsächlich Savannen und Graslandgebiete, die 80% der afrikanischen Brandflächen einnehmen. Regionale Schwerpunkt der jährlichen Savannen-Brände sind das nördlich des tropischen Regenwalds im Kongo gelegene Zentralafrika und daneben die Region südlich des Kongobeckens. Die stärker bewaldeten Gebiete machen nur 10% und die Anbauflächen 4% der Feuergebiete aus.

Änderung der jährlichen Brandflächen in Zentralafrika in % der Gitterzellen (0,25° x 0,25°) zwischen 2003 und 2017 nach Global Fire Emission Database (GFED4s)

Feueraktivität in Afrika

In den afrikanischen Savannen brennen vor allem krautige Pflanzen. Kronenfeuer sind selten, da Bäume weit zerstreut stehen und die Baumkronen sich hoch über dem Boden befinden.[3] Bei einem geringen Blattflächenindex (LAI = leaf area index) ist die Feueraktivität wegen des spärlichen Brennmaterials gering, bei einem mittleren LAI am höchsten und wieder geringer bei einem hohen LAI, weil die Feuchtigkeit (außer in starken Trockenperioden) zu hoch ist. Die krautige Vegetation der Savanne stellt daher für tropische Brände die günstigsten Voraussetzungen dar. Eine hohe Baumbedeckung unterdrückt dagegen die Feueraktivität, weil in dichten tropischen Wäldern die Luftfeuchtigkeit relativ hoch ist. Wichtig sind auch die klimatischen Bedingungen im Jahresverlauf. Über 2 trockene Monate sind nötig, damit Feuer sich ausbreiten kann. Die maximale Anzahl und Fläche von Feuern wird bei 5-7 trockenen Monaten erreicht, bei über 7 trockenen Monaten nimmt die Feuerhäufigkeit wegen fehlenden Brennmaterials ab. In den dichter mit Bäumen bestandenen Gebieten sind besonders die Randzonen zum tropischen Regenwald von Bränden betroffen. Im Kernbereich des tropischen Regenwalds im Kongobecken zeigen sich dagegen kaum Brände.

Zwischen 2003 und 2017 hat die Brandfläche im nördlichen Zentralafrika um 2% bzw. ca. 2 Mio. ha jährlich abgenommen, im südlichen Zentralafrika um etwa 0,8 Mio. ha/Jahr. Betroffen waren vor allem die großen Feuer mit über 500 ha in den Savannen und Grasländern, während die Brandflächen in den bewaldeten Gebieten nur geringfügig abnahmen.[2]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Andela, N., Morton, D.C., Giglio, L., Chen, Y., van der Werf, G.R., Kasibhatla, P.S., DeFries, R.S., Collatz, G.J., Hantson, S., Kloster, S., Bachelet, D., Forrest, M., Lasslop, G., Li, F., Mangeon, S., Melton, J.R., Yue, C., Randerson, J.T. (2017): A human-driven decline in global burned area. Science 356, 1356–1362
  2. 2,0 2,1 Jiang, Y., L. Zhou and A. Raghavendra (2020): Observed changes in fire patterns and possible drivers over Central Africa, Environmental Research Letters 15, 9,https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/ab9db2/meta
  3. Kahiu, M.N.P. and N.P. Hanan (2018): Fire in sub-Saharan Africa: the fuel, cure and connectivity hypothesis Global Ecol. Biogeogr. 27 946–57, DOI: 10.1111/geb.12753


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